Hearts of Chicago – The Dream of the Green River: Blutige Anfänge

Der folgende Text ist reine Fiktion und basiert auf den Erlebnissen von Christopher McCormick, einem Nerd und Enthüllungsjournalisten der einen Podcast und Blog in Chicago, Il. betreibt. Sein Leben wird plötzlich auf den Kopf gestellt, als merkwürdige Dinge um ihn herum geschehen.

Es werden Dinge beschrieben, die innerhalb der Spielwelt Sinn ergeben und auf besondere Fähigkeiten der Figur zurückzuführen sind. Doch gerade anfangs weiß die Figur, im Gegensatz zu mir, die ich sie Spiele, noch nicht um diese Fähigkeiten und wie sie sie bewußt einsetzen kann. Daher mag es Formulierungen geben, die für den unbedarften Leser verwirrend wirken. Betrachtet dies als die gleiche Verwirrung, die Christopher in diesem Moment wahrnehmen dürfte. Wer sich einmal intensiver mit dem zugrunde liegenden System beschäftigt hat, mag wiederum vielleicht leise Lächeln beim Erkennen, was dort gerade passiert ist.

Mehr zu den Hintergründen können in meinem einleitenden Artikel zu unserer Jäger – Die Vergeltung-Kamapgne gelesen werden.

Sonnabend, 7.März 2015 – Einleitung

Die letzten Tage waren sehr ereignisreich und haben mein Weltbild um Horizonte erweitert, die ich nicht für möglich gehalten habe. Ich weiß nicht, wie lange ich benötigen werde alles zu verarbeiten oder ob es mir überhaupt gelingt, aber ich muss es niederschreiben; ob für Melody [Anm.: Melody ist die Ehefrau von Christopher], der Nachwelt oder doch nur mich, damit es den Weg aus meinem Verstand findet, ist mir nicht ganz klar.

Aber es beruhigt zu wissen, das ich nicht der einzige bin dessen Blick auf die Realität verschoben und wach gerüttelt wurde. Ich habe Mitstreiter gefunden denen es genauso geht. Und wie es scheint sind wir alles andere als allein.
Doch wir haben noch viel zu lernen, denn unser gestriges Verhalten war nicht so clever und durchdacht, wie von uns erhofft, wie ein Blick in die Nachrichten vom Morgen zeigt. Sechs junge Leute mussten sterben und wir hätten es verhindern können. Doch vielleicht sollte ich von vorne anfangen, mit

Dienstag, 3.März 2015 – der Tag, an dem alles begann

Es begann wie ein ganz normaler Tag in der Redaktion – wir besprachen die Quoten des Februar, warfen eine Blick auf die gegenwärtige politische Lage; besonders aus der Umgebung des Rathauses hörte und las man vieles. Dort braute sich scheinbar ein Korruptionsskandal riesigen Ausmaßes zusammen und es hieß, dass man wohl bald Beweise präsentiert würde.
Dann bekam ich diese Email mit einem Link zu einem Online-Artikel: Alfred Court von der renommierten Anwaltskanzlei Green & Court, die vor allem für die Demokraten im Rathaus tätig sind, war vor 2 Monaten bei einem Jagdunfall ums Leben gekommen. Bei der Beerdigung soll es dann einen Zwischenfall mit seinem Partner Green-Ownick gegeben haben, der dazuführte das Green-Ownick eine gewisse Zeit in einem privatem Krankenhaus verbracht hat.

Weitere Recherchen brachten zu Tage, das die Kanzlei ganz tief in dem Korruptionsskandal stecken soll. Angeblich floss jede Menge Geld in private, als auch die Parteikasse, anstatt sie dem öffentlichem Zweck zukommen zu lassen.
Ich hätte es sein lassen können. Beweise waren angeblich schon präsentationsreif. Es gab keinen Grund mich einzumischen. Mein Leben hätte sich nicht verändert und ich müsste mich jetzt nicht mit Auftragskillern und brutalen Mördern rumplagen. Doch mein spider-sense kribbelte und meine Neugierde war geweckt.

Eine Bahnfahrt später stand ich vor dem Rathaus und überlegte, was genau ich dort eigentlich tue und wie ich vorgehen sollte. Ich beobachtete von einer Parkbank aus die Umgebung und sah abgesehen von einem in bunte, afrikanisch anmutende Kleidung, sowie einen grünen Fez mit gelber Quaste tragenden Afro-Amerikaner nichts ungewöhnliches. Touristen sind auch hier am Rathaus von Chicago keine Seltenheit, obwohl sie normalerweise in Gruppen unterwegs sind.
Doch dann geschah etwas: ich sah wie der Sicherheitsdienst einen Mann in einem schlechtsitzenden Anzug aus einem Nebeneingang herausschleifte und diesen unsanft in die Gasse schubste. Ich war mir nicht sicher, aber aus der Entfernung erinnerte er vage an Green-Ownick, dessen Bild ich im Internet gesehen hatte.

Kurzerhand beschloß ich mehr herauszufinden, schließlich war Green-Ownick ein wichtiger Mann aus dem Umfeld der Demokatischen Partei der normalerweise einen sehr viel respektvolleren Umgang genoß.

Ich roch ihn schon, als ich mich ihm näherte. Der gute Mann war sichtlich betrunken und wirkte verwirrt. Es war eine Mischung aus Bourbon und vernachlässigter Körperhygiene, die er mit zuviel After Shave zu übertünchen versucht hatte, die mir entgegenschlug. Sein Gesicht sah aus als habe er schon ein paar Tage länger keine Rasierklinge mehr gesehen hatte und generell wirkte er, als habe seine Nahrungsaufnahme in letzter Zeit primär aus Flüssigkeit aus Kentucky bestanden.

Ich winkte ein Taxi heran und versuchte während der Fahrt zu seinem Haus herauszufinden was ihm widerfahren war. Immer wieder teuren Whiskey aus einem Flachmann trinken faselte er davon, das er Stimmen in seinem Kopf hören würde und deshalb laut seiner Ärzte verrückt sei. Der Tod seines guten Freundes Alfred sei daran schuld, zumindest ist das die Erklärung der Ärzte im Krankenhaus. Er höre die Stimmen aber wirklich, versicherte er mir. Ich nahm seine Aussagen zur Kenntnis, ging aber nicht näher darauf ein. Es steht mir nicht an über ihn zu urteilen und es machte auf mich den Eindruck, das er tatsächlich glaubte was er sagte.

Einer inneren Eingebung folgend begleitete ich ihn nicht nur bis zur Haustür, sondern auch in das Haus hinein und führte ihn in das Schlafzimmer, wo ich hoffte, das er bald in einen alkoholisierten Schlaf fallen würde.
Die Zeit wollte ich nutzen mich einmal oberflächlich in seinem Arbeitszimmer umzuschauen. Im Flur fand ich zunächst einen Brief seiner Frau, in dem sie schrieb, das sie mit den Kindern bei ihrer Mutter sei. Auf seinem Schreibtisch lagen unzählige Papiere, darunter Briefe der Ärzte in denen steht, das Green-Ownick angegeben hätte die Stimme seines verstorbenen Partners zu hören. Ich fand außerdem den Jackpot: einen großen Stapel Unterlagen aus dem Rathaus, bestehend aus Korrespondenz, Memos und ausgedruckten Emails.

Dann fiel mein Blick auf eine offenstehende Tür im Schreibtisch. Bei näherem Hinsehen erkannte ich, das es sich um einen Waffentresor handelte und starrte auf eine leere Mulde, wo sich sonst eine Revolver befinden müsste. Außerdem war eine der Einfassungen für die Patronen leer. 

Erschrocken lief ich zurück in den Flur und riss die Haustür auf. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, wo sie alles änderte. Zunächst habe ich es auf das Adrenalin geschoben, welches ich durch meinen Körper rauschen spürte. Doch mittlerweile weiß ich, das mehr dahintersteckt, auch wenn sich noch nicht alles endgültig aufgeklärt hat und ich die volle Wahrheit vielleicht nie erfahren werde.

Draußen, am Ende des Weges zum Haus, stand der Afro-Amerikaner mit den Fez, den ich vor dem Rathaus gesehen hatte. Er tippte auf seinem Smartphone herum und wirkte unbeteiligt. Dann hörte ich hinter mir ein Geräusch: oben auf der Treppe stand Green-Ownick. Er sah noch schrecklicher aus, als wie vor ein paar Minuten, als ich ihn zu Bett gebracht hatte. Sein Gesicht war schmerzerfüllt, er zerrte an seinen Haaren und schlug sich immer wieder mit den Fäusten gegen den Kopf, in seiner rechten Hand einen Revolver haltend.

Was folgt lässt sich nur schwer beschreiben. Es erinnert ein wenig an die Szene aus Matrix, als Neo die Katze zwei Mal über den Flur laufen sieht und Morpheus ihm erklärt, was es mit Déjà-vu wirklich auf sich hat. Mein Blick veränderte sich für mehrere Momente. Ich hatte kurz Schlieren und ein Flimmern vor den Augen. Die Realität schien sich für einen kleinen Augenblick zu beugen und mir war, als würde ich ein schemenhaftes Gesicht sehen, welches sich mit dem von Green-Ownick überlagerte und es sprach eine Fremde Stimme zu mir, welche mir sagte, dass ich die Unterlagen veröffentlichen müsste.

Dann klärte sich meine Wahrnehmung wieder und ich hörte wie Green-Ownick schrie, das er sich “das Ding” aus seinem Kopf schießen wolle. Ich sah, wie er seinen Arm hob, um sich den Revolver in den Mund zu stecken.

Ich stürzte die Treppe rauf, um ihn aufzuhalten. Beim Versuch eine Stufe auszulassen, rutsche ich weg und ich sehe nur noch entsetzt, wie er abdrückt und sich Teile seines Kopfes auf dem Flur hinter ihm verteilen, während sein lebloser Körper zu Boden sackt. Dann stehe ich auch schon vor ihm und reiße ihm die Waffe aus der Hand bevor er abdrücken kann.
Schluchzend sackt er auf der obersten Stufe der Treppe zusammen. Es dauert ein paar Sekunden, dann erst begreife ich, das er gar nicht tot ist. Das ich gar nicht weggerutscht bin. Dass er noch lebt. Weinend berichtet er mir, das Alfred ihm sagte, das die Unterlagen veröffentlicht werden sollen, doch es sein Ruin bedeuten würde.

Ich rede ihm ins Gewissen und appelliere daran, das er an seine Frau und Kinder denken soll. Irgendwie schaffe ich es ihn zur Raison zu bringen und zu überzeugen mir die Papiere zu überlassen. Ein Telefonanruf später habe ich mit seiner Frau gesprochen und ihr erzählt, das sie sich um ihn kümmern muss und das schwere Zeiten auf sie zukommen werden.
Als ich mit den Unterlagen unter dem Arm und dem Versprechen sie zu veröffentlichen gehen will, bemerke ich, wie sich etwas von Green-Ownick löst. Es ist die gleiche schemenhafte Gestalt wie vorher, die ihn zu überlagern schien. Sie schwebt zur Decke und löst sich auf. Ich muss kurz an den Effekt von gepfählten Vampiren bei Buffy denken und während ich verwirrt und verwundert auf eines der Familienbilder im Flur schaue, sehe ich meine eigene Reflektion auf dem Glas. “Hast Du gut gemacht.” sagt sie, während ich sicher bin nicht laut gesprochen zu haben.

Beim Rausgehen bemerke ich, das der Afrikaner während all des Trubels verschwunden ist, während der Wind eine Pokerkarte zu mir herüberwehte – einen Herz Buben.

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