2016 – Rückblick und Dank 3

2016 war für mich ein emotional forderndes und schwieriges Jahr. Nach dem es damit begann, daß mein Vater plötzlich und unerwartet starb, folgte mit David Bowie schon bald einer der ersten vielen Prominenten dieses Jahres, die mir ebenfalls etwas bedeuten und deren Kunst mir immer Halt im Leben gegeben haben.

Dieser Halt wird nicht plötzlich wegbrechen, denn im Falle von Musikern ist ihre Musik unsterblich, genauso wie die Rollen und Figuren, die mir ans Herz gewachsene Schauspieler verkörpert haben, doch die Gewißheit, das Leonard Cohen uns nie wieder mit seiner wunderbaren Poesie beglücken oder Carrie Fisher nur noch retrospektivisch als starke Frau und Vorbild für die heutige Generation an weiblichen Nerds und Geeks dienen kann, erfüllt mich mit Wehmut und tiefer Trauer.

Und diese beiden seien nur als Beispiel genommen für die vielen popkulturell bedeutsamen Personen meiner Generation, die uns zum Teil viel zu jung genommen worden, sei es durch das Arschloch Krebs oder einfach so, weil offenbar ihre Zeit abgelaufen war.

Es gab den Brexit, der mich ebenfalls tief erschüttert hat. Ich liebe Großbritannien und insbesondere die Engländer, deren Kultur und Gepflogenheiten mir in den anderthalb Jahren die ich dort gelebt habe ebenfalls sehr ans Herz gewachsen sind. Das Ergebnis des Referendums zu lesen hat mir körperlich Schmerzen bereitet und doch war es so sinnbildlich für vieles, was in diesem Jahr politisch passiert ist und immer noch passiert.

Die Wahl Trumps zum zukünftigen Präsidenten der USA gibt den Rechten weiter Schwung und ich habe seitdem schlimmste Befürchtungen, was die Bundestagswahl 2017 hier in Deutschland angeht.

Es macht mir Angst, wie sehr das orwellsche Bild schon zu stimmen scheint.

Ich habe mich dieses Jahr mit meiner Einsamkeit auseinandergesetzt und viel über mich selbst nachgedacht. Es ist keiner schöner Ort, in dem man sich zurückzieht und ich muss lernen mehr aus mich herauszukommen und auch mal Risiken einzugehen. Ob und wie mir das glückt wird sich zeigen.

Doch nicht alles war nur Dunkelheit und Verderbnis: es gibt viele Schwangerschaften und ein paar Geburten in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Ich habe erfolgreich eine Weiterbildung zum Social Media Marketing Manager abgeschlossen, es gab #Pegelwichteln, #Syltim und zwei Menschen, die einen festen Platz in meinem Herzen haben, haben sich verlobt.

Wir haben einen, so finde ich zumindest, schönen #tkschland in Hamburg auf die Beine gestellt und es war toll viele Twitterer aus dem letzten Jahr wieder und den einen oder anderen in diesem Jahr zum ersten Mal zu sehen. Das dumme Klischee spricht immer davon, wie anonym die soziale Medien sind, doch der #tkschland, sowie die einzelnen Twitter-Stammtische beweisen immer wieder aufs Neue eindrucksvoll, das es dabei um mehr als nur 140 Zeichen geht.

Ohne viele der Menschen die ich über Twitter kennengelernt habe wäre mein Leben ärmer und freudloser. Ich mag es manchmal nicht so zeigen zu können und verhalte mich vielleicht seltsam um euch, doch ich bin sehr dankbar, daß ihr da seid, Zeit mit mir verbringt und mich ertragt und Trost gebt, wenn es mir schlecht geht.

Auf ein paar Konzerte bin ich dieses Jahr ebenfalls gegangen,; wenn auch nicht so oft und viel, wie ich es gerne getan hätte. Ein großes Highlight war dabei auf jeden Fall der wunderbare Frank Turner, den ich zusammen mit Saskia im Molotov gesehen habe. Doch auch Love A, Turbostaat, Freiburg, KMPFSPRT, Terrorgruppe, Will Varley und Hey Ruin brachten mir viel Freude und Kurzweil.

Mein Kinojahr wiederum war ab beiden Enden des Spektrums vertreten: von Zack Snyders filmischen Verbrechen an Batman bis hin zu dem wirklich gut gelungenem Rogue One.

Film ist auch das Stichwort, um kurz Laura und Jürgen zu danken, die sich regelmäßig mit mir auf Skype treffen, um gemeinsma über Filme und Serien zu reden. Es ist mir jedesmal ein Hochgenuß und definitiv ein Wochen-Highlight mit euch eine Folge Nachos und Popcorn aufzuzeichnen.

Und weil mir ein Podcast nicht reicht und es mir obendrein ein besonders wichtiges Thema ist, habe ich dieses Jahr zusammen mit dem fabelhaften Sven auch noch ParaDE ins Leben gerufen und freue mich auf viele neue spannende Eindrücke, Themen und Gästen rundum den Behindertensport. Neben Sven gebührt hier auch meinsportradio.de sehr viel Dank, daß ich Teil des Teams sein darf.

Neben Podcasten und twittern freut es mich außerdem, daß von ein paar kleinen Startschwierigkeiten abgesehen meinen DSA 5-Gruppe ganz gut läuft und auch die anderen Rollenspiel-Gruppen Spaß machen. Obendrein habe ich ein paar neue Systeme ausprobiert und vor dies im neuen Jahr fortzusetzen.

Was bleibt, ist nicht weiter zurückzugucken, sondern voran und dabei möglichst das Kinn über Wasser zu halten.

Kommt gut ins neue Jahr.

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3 thoughts on “2016 – Rückblick und Dank

  1. Miss Booleana Dez 31, 2016 11:01

    Das mit deinem Vater tut mir sehr leid! :(
    2016 war kein einfaches Jahr … aber in jedem Fall: ein neues liegt vor uns. :) Komm gut ins neue Jahr.
    Und das Video von Orwell ist stark! Danke.

    • der_tim Jan 1, 2017 13:54

      Vielen Dank, ich hoffe Du bist ebenfalls gut ins neue Jahr gekommen. Das Video ist wohl offenbar ein Ausschnitt aus einer DokuDrama über Orwell, die ich aber auch nicht näher kenne. Ich hatte nur nach dem genauen Wortlaut des “boot stomping in a human face”-Zitats gesucht, weil ich nicht falsch zitieren wollte und da viel es mir quasi entgegen.

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