Blogparade: Serien – Stadt, Land, Fluss 6

Ich brauchte mal eine kleine Auszeit von der Serienparade von Frau Margarete, aber zum neuen Thema Stadt, Land, Fluss werde ich mal wieder dorthin zurück kehren, weil es mir die Gelegenheit gibt mal wieder über ein paar andere Serien und nicht nur die üblichen Verdächtigen zu schreiben.

Die Erklärung zu dem Thema lautet:

“Die meisten bzw. die bekanntesten Serien kommen aus dem englischsprachigen Raum – welche Serien kannst du empfehlen, die nicht aus den USA oder aus Großbritannien kommen? Welche deutschen Serien sind deine Favoriten? Oder hast du vielleicht sogar ein paar Exoten in deiner Watchlist?”

Auch wenn gar nicht explizit nach deutschen Serien gefragt wurde, so war mein erster Gedanke doch: “Deutsche Serien? Gucke ich nicht. Alles doof.”

Doch dann dachte ich mal darüber nach und mir fielen vor allem Kinderserien, die ich früher immer sehr gerne gesehen habe ein. Darunter ZDF-Weihnachtsserien, wie z.B.: Silas:



Oder Timm Thaler:



Oder natürlich Manni, der Libero:



Ebenfalls immer gesehen habe ich natürlich die Aufzeichnungen der Augsburger Puppenkiste, insbesondere Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, deren Abenteuer ich auch wahnsinnig gerne gelesen habe. Ebenfalls super fand ich die Puppenverfilmung (übrigens nicht aus Augsburg) von Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt:



Als ich dann etwas älter war, kamen die erwachseneren Serien dazu. Besonders nachhaltig in Erinnerung geblieben ist mir dabei Schwarz Rot Gold, eine Krimi-Reihe in deren Mittelpunkt die in Hamburger Zollfahndung steht. Die Folgen waren trotz der dröge erscheinenden Thematik immer spannend und Uwe Friedrichsen ein Hochgenuss:



Natürlich kommt man beim Thema deutsche Serien auch nicht an Wolfgang Menge vorbei, der mit Ein Herz und eine Seele wahrscheinlich eine der wichtigsten, witzigsten und bösartigsten Serien der deutschen Nachkriegszeit geschrieben hat, aber auch Baldur Blauzahn mit dem wunderbaren Eberhard Feik fand ich klasse.

Apropos Eberhard Feik: Schimanski-Tatorte (zumindest die Originalen) waren Pflichtprogramm, wann immer sie liefen. Zugegeben, für die ersten war ich zu klein, aber als ich alt genug war habe ich sie sehr genossen. Die Chemie zwischen den Charakteren hat einfach gestimmt. Ebenfalls gern gesehen habe ich die Hamburg Tatorte mit Manfred Krug und Charles Brauer. Nicht nur aus Lokalpatriotismus, sondern weil ich die meisten auch wirklich gut gemacht fand.

Lange war es dann bei mir vorbei mit dem Tatort gucken bis mit dem Münster-Tatort mal wieder etwas Schwung in die Bude kam. Eine zeitlang gab es jede Menge gute Tatort-Städte, doch seit ein paar Jahren schaue ich sie nicht mehr, da mich alle anöden. Der negative Höhepunkt war dann dieser Nichtschauspieler, der jetzt einen Kommissar in Hamburg darstellen darf. Brrr.

Neuere, sehenswerte Serien aus deutschen Landen kommen mir nicht in den Sinn, ich gucke aber auch kein Fernsehen mehr, so daß mir vielleicht irgendwas entgeht.

Abseits von deutschen Serien sind die skandinavischen hierzulande ja sehr beliebt, aber auch diese gucke ich nicht, bzw. habe ich statt Kommissarin Lund das amerikanische Remake The Killing gesehen, welche mir aber sehr gut gefiel.

Auf meiner “to watch”-Liste ist Les Revenants (The Returned) aus Frankreich, die sehr gut sein soll und von der es seit diesem Jahr ebenfalls ein US-Remake gibt.

Fast vergessen habe ich Kottan ermittelt aus Österreich. Diese Serie ist kaum zu beschreiben, man muss sie gesehen haben.

Wer eine gute nicht-englischsprachige Serie kennt: gerne in die Kommentare. Soap operas oder Telenovelas dürft ihr aber gerne außen vor lassen, die sind so gar nicht mein Ding.

flattr this!

6 thoughts on “Blogparade: Serien – Stadt, Land, Fluss

  1. Frau Margarete Aug 17, 2015 19:11

    Guck mal an, als ich die Frage stellte, hatte ich den Tatort gar nicht aufm Schirm :D Weil ich den nicht gucke. Jedes Mal, wenn ich da bisher rein geschaltet hab, fand ich es sehr langweilig und sehr “deutsch”.

    Doch die Augsbuger Puppenkiste ist ein schönes Beispiel, die habe ich auch gerne gesehen. Ich erinnere mich auch noch an Jim Knopf, aber auch komischerweise ganz stark an das Stück “Der Löwe ist los” ;)

    Les Revenants interessiert mich auch, da hab ich auch schon viel positives drüber gehört.

    • der_tim Aug 18, 2015 10:49

      Ich weiß was Du mit “sehr deutsch” meinst, ich habe mich sehr zurückhalten müssen es nicht selber zu schreiben. Es sind oftmals wirklich schlechte Dialoge gepaart mit erhobenen Zeigefinger, weil man ja unbedingt moralisch sein muss.

      Das es primäre darum gehen sollte zu unterhalten und eine gute Geschichte zu erzählen wird dabei gerne vergessen.

  2. Filmschrott Aug 17, 2015 23:03

    Jede Liste, in der Ein Herz und eine Seele vorkommt, ist eine gute Liste.

    • der_tim Aug 18, 2015 10:51

      Es ist vielleicht auch ein Generationsding (ich bin Anfang 40), aber eigentlich kommt man in Deutschland doch gar nicht daran vorbei, oder? Immerhin ist der Silvesterpunsch mittlerweile genauso eine Institution wie Dinner for One.

  3. Trainer Baade Aug 26, 2015 03:32

    Oh, yeah, er mag Schimanski!

    Den hab ich – weil ich überhaupt keinen Tatort schaue – erst durch den Stadtneurotiker für mich entdeckt und verschlinge es einerseits, gehe aber dennoch sparsam mit dem Konsum der Folgen um, damit ich nicht so schnell alles gesehen habe, was es überhaupt an Schimanski gibt.

    Aber wie letztens bei Twitter irgendwann mal gesagt: Ohne Thanner ist Schimanski nur noch die Hälfte (naja, ein bisschen mehr) wert.

    Wobei ich ja nicht nur die Drehorte aus eigener Anschauung kenne, sondern tatsächlich das Duisburg der 80er Jahre – und das gibt dann immer so viel Bonus- und Sentimentalitätspunkte, dass ich nicht so wirklich objektiv beurteilen kann, wie stark er eigentlich überzeichnet ist. Aber: Das war meines Erachtens wirklich gutes und auch mutiges deutsches Fernsehen. Kenne kaum etwas, was daran heranreicht, in Bezug auf (vermeintliche) Authentizität (nicht der Arbeit eines Polizisten, sondern der Darstellung von Milieus etc.).

    Aber sicher gibt es noch mehr Gutes aus deutscher Küche, was ich nicht kenne, weil ich eben auch kein TV mehr schaue.

    • der_tim Aug 26, 2015 14:24

      Nicht nur Thanner, auch Hänschen (aus Holland) mochte ich immer sehr. Die Schimanski-Tatorte haben fast immer alles richtig gemacht, sie waren nicht so verkopft wie andere Beiträge aus der Tatort-Reihe. Wobei man sich schon fragen muss, wie jemand wie Schimanski es zum Kriminalhauptkommissar geschafft hat; aber wie Du schon schriebst: um die Authentizität der Arbeit ging es da ja gar nicht unbedingt.

      Es ist nicht auszuschließen, das mir ebenfalls das eine oder andere qualitativ gute entgeht, was wohl noch da ist (sein muß?), aber so richtig vermissen tue ich das Fernsehen nicht.

      Es hat einen doch immer irgendwie unter Zeitdruck gesetzt, unbedingt zu einer bestimmten Uhrzeit zuhause sein zu müssen oder wenn dann kurz vor der Lieblingssendung jemand anrief, den man dann auch nur ungern am Apparat abwürgen möchte, weil ja jetzt XYZ beginnt und letzte Woche doch der spannende Cliffhanger war, etc.pp.

      Das ist mittlerweile dank Internet alles viel entspannter geworden und glücklicherweise kann man nun vieles auch auf legale Weise noch zu einem späteren oder fast zeitgleichen Zeitpunkt sehen.

Comments are closed.